Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie
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AG Erdöl

Die alte Homepage der ArbeitsGruppe Erdöl ist archiviert, und bietet noch einiges mehr an Infos

Im Winter 1996/97 veranstalteten Dr. Tobias Haller, Gründer von infoe Schweiz und Danilo Geiger, Mitglied von IWGIA Schweiz, am Institut für Sozialanthropologie der Universität Zürich ein Proseminar zu „Indigenen und Erdöl“, woraus die umfassende infoe-Studie Nr. 12 „Fossile Ressourcen, Ölkonzerne und indigene Völker“ hervorging.

2001-2002 verfassten die Mitglieder updates zur Lage in den acht untersuchten Gebieten. Max Mader referierte 2005 zu den Themen der Studie am Umwelt- und Energieapéro an der Zürcher Hochschule Winterthur und an der infoe-Tagung „Indigene Völker und Erdölförderung in Westsibirien“ an der evangelischen Akademie Iserlohn.

Die AG arbeitete nach den Kriterien der Aktionsethnologie mit der Ogoni-Organisation MOSOP (Movement for the Survival of the Ogoni People) zusammen. Anfang 2002 nahm das AG-Mitglied Christof Thurnherr an der Zusammenkunft der MOSOP-Länder-Desks in Accra, Ghana teil. Eine infoe-Mitarbeiterin führte eine NGO-Evaluation betreffend des Images von MOSOP in Europa zuhanden der Organisation durch. Im Dezember 2002 bereiste Max Mader als Delegierter des infoe-Vorstandes Ogoniland und verfasste einen Bericht über die Umweltsituation, Infrastruktur und den Status von MOSOP in Nigeria: Report_Ogoni_final

Christoph Thurnherr nahm für infoe an der Diskussion zu einem Verhaltenskodex für Erdölkonzerne teil, die von der deutschen kirchlichen Organisation Brot für die Welt 2001 initiiert wurde.

Tobias Haller initiierte die Übersetzung der infoe-Studie Nr. 12 ins Englische. Das Vorstandsteam führte das Projekt zu Ende und publizierte die englischsprachige Studie unter dem Titel „Fossil Fuels, Oil Companies and Indigenous Peoples„.

 

Indigene Völker und Erdölförderung

 

Die Exploration und Förderung von Erdöl ist für die Konzerne ein lukratives Geschäft. Die Kosten, welche dabei anfallen, werden allzu gerne auf Mensch und Umwelt abgewälzt.

In besonderem Ausmass sind indigene Völker davon betroffen, da ein Grossteil der Erdöl- und Erdgasvorkommen in ihren Gebieten zu finden ist. Verseuchte Böden und Flüsse, vertriebenes Wild sowie der Bau von Strassen sind Beispiele für die fortschreitende Zerstörung der Lebensgrundlagen indigener Völker und damit einhergehend ihrer sozio-kulturellen Strukturen.

Im Rahmen einer infoe-Studie werden einige Fallbeispiele aus unterschiedlichen geographischen Gebieten einander gegenübergestellt. Die Auswirkungen des Erdölgeschäfts, die Strategien der Konzerne und Regierungen sowie weiterer, internationaler Organisationen, aber auch die verschiedenen Gegenstrategien der Indigenen bilden dabei den Untersuchungsgegenstand.

AG Indigene Völker und Erdölförderung (Weiterführung)

 

Die AG indigene Völker und Erdölförderung (AG Erdöl) ist aus der Arbeit an der infoeStudie Nr. 12 (Haller et al. 2000. Fossile Ressoucen, Erdölkonzerne und indigene Völker. Focus Verlag: Giessen) entstanden (700 Seiten, diverse Karten und Abb; 50.00 Sfr., zu bestellen bei infoe CH). Sie beschäftigt sich mit dem Updaten dieser Studie, die auf Englisch, Spanisch und Russisch übersetzt werden soll, sowie mit der Verbreitung des Buches. Des Weiteren werden die bereits behandelten Fallbeispiele vertieft und Literatur für eine Datenbank gesammelt.

Ein zweiter Bereich betrifft die Zusammenarbeit mit in diesem Bereich tätigen NGOs weltweit (z.B. die US-NGO Project Underground) und indigenen Organisationen aus verschiedenen Ländern, in welchen Erdöl und Erdgas gefördert wird. Diese Zusammenarbeit richtet sich nach den Kriterien der Aktionsethnologie: Auf Anfrage und in Abstimmung mit indigenen Organisationen sind wir dort tätig und betreiben Lobbyarbeit, wo die Indigenen unsere Unterstützung brauchen. So hat die AG bis anhin vor allem mit der Ogoni-Organisation MOSOP (Movement for the Survival of the Ogoni People) zusammengearbeitet. MOSOP und infoe CH organisierten am 8.12.2001 eine Pressekonferenz zu den gesperrten Konti des verstorbenen nigerianischen Diktators Sani Abacha, an welcher Ogoni-Vertreter einen Anteil an diesen Geldern forderten (siehe auch Rundbrief Nr. 26, 1/01). Zudem hat eine infoe-Mitarbeiterin eine NGO-Evaluation betreffend des Images von MOSOP in Europa zuhanden der Organisation durchgeführt.

Ein dritter Bereich betrifft die Teilnahme an der Diskussion zu einem Verhaltenskodex für Erdölkonzerne, die von der deutschen kirchlichen Organisation Brot für die Welt vor zwei Jahren initiiert wurde.