Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie
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Aktionsanthropologie

Aus Wikipedia.de:

Die Aktions-Ethnologie (Action Anthropology) ist der Ansatz einer eingreifenden (intervenierenden) und wertexpliziten praktischen Ethnologie, die sich mit gegenwartsbezogenen und gesellschaftspolitischen Forschungsthemen beschäftigt. Sie versucht, in Zusammenarbeit mit benachteiligten Gruppen, sowohl soziale Verhältnisse zu verändern, wie aber auch relevante Erkenntnisse für die Ethnologie zu erlangen. Die Gruppen, mit denen der Forscher in einer möglichst gleichberechtigten Beziehung zusammenarbeitet, können sowohl Indigene Völker, als auch zum Beispiel kulturelle Subgruppen aus der eigenen Gesellschaft. Folgende Schwerpunkte ergeben sich aus dem Ansatz der Aktions-Ethnologie:

  • Die Frage nach der Verantwortung des Wissenschaftlers
  • Die Hinterfragung von Machtstrukturen
  • Die Infragestellung des Postulats der „Wertneutralität“

Literatur

  • Hermann Amborn: Handlungsfähiger Diskurs: Reflexionen zur Aktionsforschung. In: Schmied-Kowarzik und Stagl (Hrsg.): Grundfragen der Ethnologie. Dietrich Reimer, Berlin 1993
  • Christoph Antweiler: Ethnologie als Praxis. In: Zeitschrift für Ethnologie. Band 111, Heft 2, Dietrich Reimer, Berlin 1986
  • Karl H. Schlesier: Zum Weltbild einer neuen Kulturanthropologie. Erkenntnis und Praxis. Die Rolle der Action Anthropology. Vier Beispiele. In: Zeitschrift für Ethnologie. Band 105, Heft 1, 1980, S. 32–66
  • Friderike Seithel: Action Anthropology. Eine Darstellung ihrer Grundzüge anhand nordamerikanischer Projekte. PÖ A PÖ Presse, Mainz 1986
  • Friderike Seithel: Von der Kolonialethnologie zur Advocacy Anthropology. Zur Entwicklung einer kooperativen Forschung und Praxis von EthnologInnen und indigenen Völkern. LIT Verlag, Hamburg 2000
  • Sol Tax: Action Anthropology (1957). In: P. Vidyarthi et al.: Applied Anthropology in India (Principles, Problems, Case Studies). Kitab Mahal, Allahabad 1984